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Anke Zacharias stellt ihre Masterarbeit in der Heimatstube vor.

 

 

Als Studentin des Bauingenieurwesens, Fachrichtung Denkmalspflege, suchte sie
in Calbe ein Objekt für ihre Masterarbeit. Dabei fand sie am Haus "Markt 14" gefallen.
Nun hat sie ihre Masterarbeit erfolgreich verteidigt und stellte sie am 12.10.12 in einem Vortrag
der Öffentlichkeit vor.
Der Heimatvereinsvorsitzende Uwe Klamm stellte die junge Frau vor. Aus der Idee wurde
eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Heimatverein und der Stadtverwaltung.

 

 



 

Volker Ludwig hatte die Studentin in seiner Funktion als Bauamtsleiter auf das Haus
aufmerksam gemacht. In Folge dessen hatte sie von zahlreichen Calbensern
Unterstützung bekommen. Zu Beginn ihres Vortrages berichtete sie aus der Geschichte
des barocken Tournier-Hauses am Markt.
Im katholischen Heimatland Frankreich als protestantisch-calvinistischer Hugenotte verfolgt,
siedelte sein Vater nach Preußen über. Jean Tournier zog es in den 1720er Jahren
als Tuchfärbermeister nach Calbe.

1725 kaufte Tournier das Grundstück, auf dem zuvor ein Fachwerkhaus stand.
Er ließ auf zwei mittelalterlichen Kellertonnen (ähnlich des Ratskellers) einen barocken
Neubau errichten, dessen Westfassade zum Markt die schmuckvollste ist. Den Giebel zierten
einst eine Frauenfigur und zwei Vasen, die im 20. Jahrhundert entfernt wurden.

 

 

Unmittelbar hinter dem Haus wurde 1742 eine große Färberei errichtet, die mit dem
Wohnhaus verbunden war. Die Räume waren mit viel Stuck versehen, Reste blauer
Velourstapete sind heute ebenso noch zu sehen wie zwei prachtvoll verzierte Kamine.
Das Haus wechselte mehrmals seinen Besitzer. 1936 zog die Polizeistelle in das Haus ein,
Vergitterungen und Stahltüren kamen hinzu. Zuletzt nutzte das Einwohnermeldeamt der Stadt
dort Räumlichkeiten. Heute wird es zeitweise als Abstellkammer genutzt und verfällt.

„Eine grundhafte statische Sanierung ist dringend notwendig, um den Originalzustand zu erhalten“,
appellierte Anke Zacharias in ihren Schlussworten.
„Das einzigartige Haus, das untrennbar mit der Stadtgeschichte verbunden ist, darf nicht sterben.“

Dem Heimatvereinsvorsitzenden überreichte sie eine Kopie ihrer Masterarbeit.

 

 


Uwe Klamm bedankte sich für den interessanten Vortrag.

 

 


Volker Ludwig schenkte ihr ein selbst gemaltes Bild.

 

 

 

Foto: Andreas Pinkert.

 

 

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